Schritt-für-Schritt-Anleitung MFH

Mehrfamilienhaus verkaufen Anleitung – in 7 Schritten zum Notartermin

Strukturierte Anleitung speziell für MFH-Eigentümer: vom sortierten Mieterordner über Ertragswertgutachten und Faktor-Verhandlung bis zur Mieter-Information nach §566a BGB – mit Paragraphenbezügen, realistischen Zeitfenstern und Stolpersteinen aus der Asset-Manager-Praxis.

Mit §§566/566a BGBFaktor-Verhandlung erklärtInvestoren-Logik 2026

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So funktioniert der Verkauf

In 4 einfachen Schritten zum Verkauf Ihrer Immobilie

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Phase 1: Vorbereitung MFH (4–8 Wochen)

Schritt 1 und 2 der Anleitung bauen den Investoren-Datenraum auf. Sie sortieren sämtliche Mietverträge inklusive Nachträge, Indexklauseln und Staffelmietvereinbarungen, ziehen die Nebenkostenabrechnungen der letzten drei Jahre, erstellen eine aktuelle BWA und dokumentieren Sanierungsstand sowie Energieausweis (Bedarfsausweis bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen Pflicht).

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Phase 2: Bewertung & Investorensuche (2–8 Wochen)

Schritt 3 und 4 unterscheiden sich grundlegend vom Einfamilienhaus: Sie ermitteln den Ertragswert nach §17 ImmoWertV, leiten den marktgerechten Faktor aus der Jahresnettokaltmiete (JNKM) ab und entscheiden zwischen Bestandshalter-Direktansprache, anonymisiertem Investoren-Teaser oder Direktankauf. Der private Eigennutzer-Markt entfällt vollständig.

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Phase 3: Verhandlung & Notarvertrag (3–6 Wochen)

Schritt 5 und 6 entscheiden über den Faktor und die Risikoverteilung. Verhandelt werden Multiplikator, Mieterklauseln, Garantiezusagen zur JNKM, Übergabezeitpunkt zum Quartalsende sowie die Strukturfrage Asset-Deal oder Share-Deal. Die Beurkundung erfolgt nach §311b BGB zwingend notariell, Mietverträge gehen kraft Gesetz nach §566 BGB auf den Erwerber über.

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Phase 4: Übergabe mit Mieterlogik (2–4 Wochen)

Schritt 7 schließt die Anleitung ab: Auflassungsvormerkung, Kaufpreiszahlung, Übergabe der Mieterkautionen mit Treuhandnachweis nach §551 BGB, Abrechnungsstichtag der Nebenkosten und schließlich die Mieter-Information nach §566a BGB. Erst nach dem Anschreiben an alle Mietparteien gilt der Eigentümerwechsel als ordnungsgemäß kommuniziert.

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Investoren-Datenraum als Preistreiber

Bestandshalter zahlen nachweislich höhere Faktoren, wenn der Datenraum lückenlos ist: chronologische Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen drei Jahre rückwärts, BWA, Sanierungsplan, Hausgeld- und Wartungsverträge. Eine sauber strukturierte Anleitung bringt im Schnitt 0,5 bis 1,2 Faktorpunkte mehr – bei 200.000 EUR JNKM also 100.000 bis 240.000 EUR.

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Realistischer MFH-Zeitplan

Jeder der sieben Schritte hat in dieser Anleitung einen MFH-spezifischen Zeitkorridor: Mieterordner 2–3 Wochen, BWA und Bewertung 2–3 Wochen, Investorenansprache 2–6 Wochen, Faktor-Verhandlung 1–3 Wochen, Notarvertrag 3–6 Wochen, Mieter-Information und Übergabe 2–4 Wochen. So erkennen Sie früh, ob Sie im Plan sind.

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Mit MFH-Paragraphen

Die Anleitung verweist konkret auf §566 BGB (Kauf bricht nicht Miete), §566a BGB (Mieterkautions-Übergang und Informationspflicht), §551 BGB (Treuhandverwahrung der Kaution), §17 ImmoWertV (Ertragswertverfahren), §311b BGB (Notarpflicht) und §1 GrEStG (Grunderwerbsteuer). Wer die Vorschriften kennt, verhandelt souverän mit professionellen Erwerbern.

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MFH-typische Stolpersteine

Jeder Anleitungsschritt benennt typische Fehler: vergessene Indexklausel-Anpassung, falscher Energieausweis-Typ bei Vor-1977-Bestand, fehlende Teilungserklärung bei WEG-MFH, ausgebliebene Mieter-Information nach §566a BGB, undokumentierte Kautionsweitergabe, vorzeitige Schlüsselübergabe vor Geldeingang.

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JNKM- und Faktor-Logik

Zu jedem Schritt gehört eine konkrete Rechenhilfe: Wie ermittelt sich die nachhaltig erzielbare Jahresnettokaltmiete, welcher Faktor passt zur Lage, was bedeuten Liegenschaftszinssatz und Restnutzungsdauer? Die Anleitung übersetzt jede Position in konkrete Euro-Beträge.

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Drei Wege parallel beschrieben

Die Anleitung beschreibt parallel den klassischen Investmentmakler-Weg, die anonymisierte Bestandshalter-Direktansprache und den Direktankauf über P1 Immo. Sie sehen für jeden Schritt, was bei welchem Pfad passiert – und entscheiden datenbasiert je nach Zeitdruck, Vertraulichkeitsbedarf und Faktor-Erwartung.

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Der direkte Weg ist oft der bessere

Makler vs. Direktankauf

  • Schritt 3 verkürzt sich beim Direktankauf auf 72 Stunden bis zur ersten Faktor-Indikation (statt: Schritt 3 dauert mit Investmentmakler 6 bis 12 Monate Bestandshalter-Ansprache und Teaser-Versand)
  • Schritt 4 entfällt fast vollständig – eine kompakte Begehung von Treppenhaus, Heizung und zwei Beispielwohnungen genügt (statt: Schritt 4 erfordert mehrere Vor-Ort-Termine mit fremden Investoren, Mieter werden unruhig)
  • Schritt 5 ohne Provision – der vereinbarte Faktor wirkt vollständig im Verkäufer-Konto (statt: Schritt 5 mit Innenprovision von 3,57 bis 7,14 Prozent reduziert den Nettoerlös bei 1,5 Mio. EUR um 75.000 EUR)
  • Schritt 6 zügig – Eigenkapital plus vorbereitete Bankzusage, Notartermin binnen drei bis vier Wochen (statt: Schritt 6 verzögert sich oft, weil Investoren-Finanzierungszusagen Bankgremien durchlaufen müssen)
  • Schritt 7 vertraulich – Mieter erfahren erst nach Beurkundung per §566a-Anschreiben vom Eigentümerwechsel (statt: Schritt 7 mit Makler verzögert die Mieter-Information durch monatelange Inserats-Phase)
Immobilie verkaufen ohne Makler

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Die beiden haben mir extrem schnell weitergeholfen, vielen Dank!

Leonie Fendel vor einer Woche

Sehr schnelle und kompetente Beratung, vielen Dank!

Boy George vor 2 Wochen

Tolle Kommunikation, gute Beratung

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Immobilienverkauf

Wie viele Schritte umfasst die Anleitung zum Mehrfamilienhausverkauf insgesamt?
Die hier beschriebene Anleitung bündelt den MFH-Verkauf in sieben Schritten, gegliedert in vier Phasen: Vorbereitung (Schritt 1 Mieterordner und Sanierungsplan, Schritt 2 BWA und Bewertung), Bewertung und Investorensuche (Schritt 3 Ertragswert und Faktor, Schritt 4 Bestandshalter-Ansprache oder Direktankauf-Anfrage), Verhandlung und Vertrag (Schritt 5 Faktor und Mieterklauseln, Schritt 6 Notartermin und Auflassung) sowie Übergabe (Schritt 7 Kautionen, Nebenkostenstichtag, Mieter-Information nach §566a BGB). Die Gesamtdauer reicht von acht bis zehn Wochen beim Direktankauf bis zu zwölf Monaten bei klassischer Investorenvermarktung.
Welche Unterlagen muss ich in Schritt 1 für ein Mehrfamilienhaus zusammenstellen?
Der MFH-Datenraum reicht deutlich tiefer als beim Einfamilienhaus. Pflichtbestandteile sind: aktueller Grundbuchauszug nicht älter als drei Monate, Flurkarte, Bauzeichnungen und Baubeschreibung, gültiger Energieausweis (bei Vor-1977-Bestand mit weniger als fünf Wohnungen zwingend Bedarfsausweis), eine vollständige Mieterliste mit Wohnfläche, aktueller Nettokaltmiete, Mietbeginn und Indexklausel pro Einheit, sämtliche Mietverträge mit Nachträgen, Nebenkostenabrechnungen der letzten drei Jahre, eine aktuelle BWA, Hausgeld- und Wartungsverträge, Schornsteinfeger-Protokolle, Heizungs- und Aufzugswartungen sowie Sanierungs- und Modernisierungsnachweise der vergangenen zehn Jahre. Bei WEG-Konstellationen kommen Teilungserklärung und Beschlussprotokolle hinzu.
Wie verhandle ich den Faktor in Schritt 5 belastbar?
Faktor-Verhandlung folgt drei Prinzipien. Erstens: Sie kennen die nachhaltig erzielbare Jahresnettokaltmiete und nicht nur die Ist-Miete. Liegen aktuelle Mieten unter Mietspiegel, weisen Sie das Mietsteigerungspotenzial mit konkretem Zeithorizont aus. Zweitens: Sie kennen den Liegenschaftszinssatz Ihrer Lage. Top-7-Standorte liegen 2026 bei 2,5 bis 3,5 Prozent, B-Städte bei 3,5 bis 4,5 Prozent, Ruhrgebiet 4,0 bis 5,5 Prozent. Aus dem Liegenschaftszinssatz ergibt sich der Faktor näherungsweise als Kehrwert. Drittens: Sie verhandeln nicht den Faktor isoliert, sondern Mieterklauseln, JNKM-Garantien, Übergabezeitpunkt, Asset-Deal-Prämisse und Haftungsausschlüsse als Paket. Ein um 0,5 Punkte niedrigerer Faktor mit verzichteter Mietgarantie kann besser sein als das Gegenteil. Walk-away-Faktor vor jeder Verhandlung schriftlich fixieren.
Was bedeutet §566 BGB und was muss ich nach §566a BGB konkret tun?
Der Grundsatz Kauf bricht nicht Miete ist in §566 Abs. 1 BGB geregelt: Der Erwerber tritt mit dem Eigentumsübergang an die Stelle des Vermieters in alle aus dem Mietverhältnis hervorgehenden Rechte und Pflichten. Bestehende Mietverträge laufen unverändert weiter, Mieter müssen nicht zustimmen, kein Sonderkündigungsrecht entsteht. §566a BGB regelt zwei Punkte. Erstens: Hat der bisherige Vermieter eine Mietkaution erhalten, geht die Pflicht zur Rückgewähr auf den Erwerber über – vorausgesetzt der Erwerber hat die Kaution erhalten oder dem Mieter haftet der Veräußerer wie ein Bürge. Zweitens: Sie sind als Verkäufer verpflichtet, die Kaution unverzüglich an den Käufer zu übergeben (mit Treuhandnachweis nach §551 BGB) und jeden Mieter schriftlich über den Eigentümerwechsel und den neuen Vermieter zu informieren – idealerweise mit dem Käufer abgestimmt im selben Anschreiben.
Asset-Deal oder Share-Deal – welche Strukturierung wähle ich in Schritt 5?
Bei Einzelobjekten unter rund 15 Mio. EUR ist der klassische Asset-Deal regelmäßig die effizientere Variante. Der Käufer trägt die Grunderwerbsteuer, je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent, dafür ist die Abwicklung schlank: Notarvertrag, Auflassungsvormerkung, Eigentumsumschreibung. Mietverträge gehen nach §566 BGB automatisch über. Erst bei größeren Portfolios oder wenn das MFH bereits in einer GmbH oder GmbH & Co. KG gehalten wird, lohnt der Share-Deal. Seit der Reform 2021 gilt die 90-Prozent-Schwelle und eine zehnjährige Vorbehaltsfrist – wer 90 Prozent oder mehr Gesellschaftsanteile innerhalb von zehn Jahren überträgt, löst Grunderwerbsteuer aus. Die Strukturwahl gehört in Schritt 5 vor jede Faktor-Verhandlung, weil sie Bemessungsgrundlage, Steuerbelastung und Vertragsgestaltung grundsätzlich verändert. Wir koordinieren die Entscheidung mit Ihrem Steuerberater.

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Die vollständige Anleitung zum Mehrfamilienhausverkauf in sieben Schritten

Eine MFH-Anleitung lebt von belastbaren Zahlen, klar getrennten Schritten und ehrlichen Hinweisen auf typische Fehlerquellen jenseits des Einfamilienhausverkaufs. Genau das leistet diese Seite: sie führt Sie als Eigentümer einer Renditeimmobilie in sieben aufeinander aufbauenden Schritten vom sortierten Mieterordner bis zur Mieter-Information nach §566a BGB – ohne Marketingfloskeln, dafür mit Paragraphenbezügen, Bearbeitungszeiten und MFH-spezifischen Aktionen pro Etappe. Die Anleitung ist bewusst dreispurig angelegt: Sie funktioniert für den klassischen Investmentmakler-Weg, die anonymisierte Bestandshalter-Ansprache und den Direktankauf über P1 Immo. So sehen Sie für jeden Schritt, welche Aufgaben anfallen, wer was übernimmt und welche Unterschiede sich für Faktor, Vertraulichkeit und Planungssicherheit ergeben. Stand: Mai 2026.

Schritt 1 und 2: Vorbereitung MFH – Mieterordner, BWA, Sanierungsplan, Energieausweis

Die ersten beiden Schritte entscheiden über den späteren Faktor stärker als jede Verhandlung. Schritt 1 (Dauer 2–3 Wochen) ist der Aufbau eines investorentauglichen Datenraums. Sie sortieren sämtliche Mietverträge chronologisch nach Wohnung, ziehen alle Nachträge, Indexklauseln und Staffelmietvereinbarungen, dokumentieren laufende Mieterhöhungen und prüfen, ob Indexanpassungen tatsächlich umgesetzt wurden – verschenkte Anpassungen drücken die nachhaltig erzielbare Jahresnettokaltmiete und damit den Verkaufspreis. Sie sammeln die Nebenkostenabrechnungen der letzten drei Jahre, idealerweise mit Verbrauchsdaten je Einheit, prüfen offene Posten und erstellen eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), die Investoren als Cashflow-Beleg dient. Hinzu kommen Sanierungsplan und Modernisierungsnachweise der letzten zehn Jahre, Heizungs-, Aufzugs- und Schornsteinfegerprotokolle sowie der Energieausweis. Achtung: Bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist meist ein Bedarfsausweis Pflicht – ein Verbrauchsausweis genügt nicht und kann nach §108 GEG mit Bußgeldern bis 10.000 EUR belegt werden. Schritt 2 (Dauer 1–2 Wochen) ist die Strategievorbereitung: Bestandshalter-Ansprache, klassischer Maklerprozess oder Direktankauf? Wer Schritt 1 abkürzt, riskiert in Schritt 5 Faktorabschläge von 0,5 bis 1,5 Punkten.

Schritt 3 und 4: Bewertung & Investorensuche – Ertragswert, JNKM, Faktor, Direktankauf-Anfrage

Hier teilt sich die Anleitung in zwei Pfade. Pfad A (klassische Investorenvermarktung, Dauer 2–8 Wochen): Sie ermitteln den Ertragswert nach §17 ImmoWertV durch Kapitalisierung des nachhaltig erzielbaren Reinertrags über die Restnutzungsdauer mit dem Liegenschaftszinssatz – für Mietwohngrundstücke mit mehr als sechs Wohnungen pauschal 4,5 Prozent nach BewG, in der Praxis differenzierter je Standort. Daneben rechnen Sie die Faktor-Methode: Jahresnettokaltmiete (JNKM) multipliziert mit dem ortsüblichen Vervielfältiger – Top-7 22 bis 28, B-Städte 18 bis 24, Ruhrgebiet 15 bis 19. Anschließend erstellen Sie einen anonymisierten Investoren-Teaser (ohne Adresse, ohne Mieternamen) und sprechen gezielt Bestandshalter, Family Offices und Wohnungsbestandsgesellschaften an. Wichtig: Der private Eigennutzer-Markt entfällt beim MFH vollständig. Inserate auf ImmoScout24 oder Immowelt erreichen überwiegend Tire-Kicker und beunruhigen Mieter. Pfad B (Direktankauf, Dauer 1–2 Wochen): Sie übermitteln Eckdaten – Adresse, Wohnflächen je Einheit, JNKM, Leerstandsquote, Baujahr – an P1 Immo. Innerhalb von 72 Stunden erhalten Sie eine erste Faktor-Indikation, nach kompakter Begehung folgt das verbindliche Festpreisangebot. Stolperstelle bei Pfad A: Wer den Teaser zu früh in den Markt streut, signalisiert Verkaufsdruck und schwächt die eigene Faktor-Position um 0,5 bis 1,0 Punkte.

Schritt 5: Verhandlung – Faktor, Mieterklauseln, Übergabezeitpunkt, Asset-Deal vs. Share-Deal

Schritt 5 dauert ein bis drei Wochen und entscheidet über den Nettoerlös stärker als jeder andere Anleitungsschritt. Definieren Sie vor jedem Gespräch drei Faktoren: Wunschfaktor, Zielfaktor und Walk-away-Faktor. Verhandelt wird nie der Faktor isoliert, sondern als Paket: Multiplikator, JNKM-Garantie (bei welcher Leerstandsquote greift welcher Abschlag), Mieterklauseln (Verzicht auf Eigenbedarfskündigung, Modernisierungsumlage-Beschränkung, Mietspiegel-Anpassungen), Übergabezeitpunkt zum Quartalsende für saubere Nebenkostenabrechnung, Haftung für verdeckte Sachmängel sowie die zentrale Strukturfrage Asset-Deal versus Share-Deal. Bei Einzelobjekten unter rund 15 Mio. EUR ist der Asset-Deal regelmäßig effizienter – Käufer trägt 3,5 bis 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer je Bundesland, Mietverträge gehen nach §566 BGB automatisch über. Bei GmbH-gehaltenen MFH oder Portfolios kann der Share-Deal sinnvoll sein – beachten Sie die 90-Prozent-Schwelle und zehnjährige Vorbehaltsfrist seit der Reform 2021. Fordern Sie früh die Bonitäts- oder Eigenkapital-Bestätigung des Erwerbers an: Bei Bestandshaltern üblich ist eine LOI mit beigefügter Bankzusage oder Eigenkapitalnachweis. Stolperstelle: Wer auf das erste Faktor-Angebot emotional reagiert, verbaut sich oft den späteren strukturell besseren Deal. Mindestens 48 Stunden Bedenkzeit vor jeder schriftlichen Zusage.

Schritt 6: Vertragsabschluss – Notarvertrag, §566 BGB, Auflassungsvormerkung

Schritt 6 dauert drei bis sechs Wochen und ist der formal anspruchsvollste Teil der MFH-Anleitung. Nach §311b BGB ist jeder Grundstückskaufvertrag zwingend notariell zu beurkunden – jede privatschriftliche Vereinbarung ist formunwirksam. Üblicherweise sucht der Käufer den Notar aus und trägt die Notarkosten (etwa 1,2 bis 1,8 Prozent des Kaufpreises plus Grundbuchgebühren). Der Notar erstellt einen Vertragsentwurf, der mindestens zwei Wochen vor dem Beurkundungstermin allen Parteien zur Prüfung vorliegen muss (§17 Beurkundungsgesetz). Beim MFH enthält der Vertrag deutlich mehr Klauseln als beim Einfamilienhaus: explizite Auflistung aller Mietverhältnisse mit JNKM, Garantie zur Vollständigkeit der Mieterliste, Regelungen zur Übergabe der Mietkautionen mit Treuhandnachweis nach §551 BGB, Stichtag der Nebenkostenabrechnung, Haftung für unentdeckte Mietausfälle, Regelungen zu schwebenden Mietminderungen oder Räumungsklagen. Zentral ist der gesetzliche Übergang nach §566 BGB: Der Erwerber tritt mit Eigentumsübergang in alle Mietverhältnisse ein – Mieter müssen nicht zustimmen, kein Sonderkündigungsrecht entsteht. Im Beurkundungstermin verliest der Notar den vollständigen Vertrag, klärt Rückfragen und nimmt die Auflassung nach §925 BGB entgegen. Anschließend beantragt er die Auflassungsvormerkung im Grundbuch zugunsten des Käufers. Stolperstelle: unvollständige Mieterliste – jede nicht aufgeführte Einheit oder jeder verschwiegene Nachtrag ist ein Garantiebruch und löst Schadensersatz aus.

Schritt 7: Übergabe – Mieter-Information §566a BGB, Nebenkostenstichtag, Kautionen

Schritt 7 ist der sensibelste Punkt der MFH-Anleitung und unterscheidet sich grundlegend vom Einfamilienhausverkauf. Nach Eintragung der Auflassungsvormerkung und Bestätigung der Fälligkeitsvoraussetzungen durch den Notar (lastenfreie Übertragung, Eintragungsfähigkeit, Gemeindeerklärung zum Vorkaufsrecht) zahlt der Käufer den Kaufpreis. Jetzt beginnt die eigentliche Übergabe-Logik: Erstens die Mieterkautionen. Nach §566a BGB geht die Verpflichtung zur Rückgewähr der Kaution auf den Erwerber über. Sie übergeben sämtliche Kautionen – Bargeld auf Treuhandkonto nach §551 BGB, Bürgschaften, verpfändete Sparbücher – mit lückenloser Dokumentation an den Käufer. Zweitens der Nebenkostenstichtag: Idealerweise erfolgt die Übergabe zum Quartals- oder Jahreswechsel, sodass die letzte Nebenkostenabrechnung sauber unter Ihrer Verantwortung abgeschlossen werden kann; alternativ erstellen Sie eine Zwischenabrechnung zum Übergabestichtag. Drittens die Mieter-Information nach §566a BGB: Sie informieren jeden einzelnen Mieter schriftlich und unverzüglich über den Eigentümerwechsel, die Übergabe der Kaution und den neuen Vermieter mit vollständiger Kontaktadresse, neuer Bankverbindung und Hausverwaltung. Idealerweise unterschreibt der Käufer das Anschreiben mit. Erstellen Sie ein detailliertes Übergabeprotokoll: Zählerstände aller Einheiten, Schlüsselbestand inklusive Generalschlüssel und Kellerabteile, Inventar laut Vertrag, sichtbare Mängel, Stand der Heizölvorräte. Schlüsselübergabe niemals vor Geldeingang.

Häufige MFH-Stolpersteine in der Anleitung – und wie Sie sie umgehen

Sechs Fehler tauchen beim MFH-Verkauf in der Praxis immer wieder auf und werfen die Anleitung um Wochen oder Faktorpunkte zurück. Erstens: Vergessene Mieter-Information nach §566a BGB. Wer den Eigentümerwechsel nicht unverzüglich kommuniziert, riskiert, dass Mieter weiter an die alte Bankverbindung zahlen, dass Kautionen doppelt eingefordert werden und dass aus formalen Gründen Vertrauen zum neuen Eigentümer dauerhaft beschädigt wird. Zweitens: Falsche Energieausweis-Form. Bei MFH mit weniger als fünf Wohnungen und Bauantrag vor dem 1. November 1977 ist häufig ein Bedarfsausweis zwingend – ein günstigerer Verbrauchsausweis genügt nicht und kann nach §108 GEG mit Bußgeldern bis 10.000 EUR belegt werden. Drittens: Fehlende Teilungserklärung bei WEG-MFH. Wenn das Mehrfamilienhaus formal in Wohnungseigentum aufgeteilt ist, die Teilungserklärung aber nicht aktuell vorliegt, blockiert das den gesamten Notarprozess. Viertens: Lückenhafte Mieterliste. Jede vergessene Einheit, jeder unbekannte Nachtrag und jede nicht offengelegte Mietminderung führt nach Beurkundung zu Garantieverletzung und Schadensersatz. Fünftens: Verschenkte Indexanpassungen. Wer bei indexierten Verträgen die Mieterhöhungen jahrelang nicht umgesetzt hat, drückt die nachhaltig erzielbare JNKM und damit den Faktor – Investoren rechnen mit dem Soll, nicht mit dem Ist. Sechstens: Undokumentierte Kautionsweitergabe. Ohne Treuhandnachweis nach §551 BGB und ohne Bestätigung des Käufers über erhaltene Kautionen haften Sie weiter wie ein Bürge nach §566a Abs. 2 BGB. Wer diese sechs Punkte sauber abarbeitet, gewinnt im Schnitt drei bis sechs Wochen Zeit und 0,5 bis 1,2 Faktorpunkte.

Mehrfamilienhaus verkaufen Anleitung – in 7 Schritten zum Notartermin

Direktankauf auch in: Mehrfamilienhaus verkaufen Berater